Alle kennen doch die Frage, welchen persönlichen Gegenstand man auf einer einsamen Insel bei sich haben möchte. Für mich ist die Antwort schnell klar: mein rotes Moleskine! Das kleine Notizbuch, auch liebevoll "Il moleskino rosso" genannt, hat sich im Laufe der Jahre als mein treuester und unentbehrlichster Wegbegleiter erwiesen. Daher entspringt auch die Idee zu dieser Homepage. 

Ich heiße Mirko und bin als selbstständiger Medientechniker zwischen München, Berlin und Südtirol tätig. Seit mehreren Jahren habe ich das Glück, für namhafte Unternehmen weltweit im Einsatz sein zu dürfen und somit auch beruflich meiner größten Leidenschaft - dem Reisen - nachzugehen.  

Auf diesen Seiten soll es in Form von unregelmäßig erscheinenden "Stories" um Gedanken, Erinnerungen und Eindrücke gehen, die ich während meiner Reisen gesammelt habe. Hinter jeder unten angeführten Story verbergen sich Webreportagen in Form von "Scrollytelling-Stories", Bildergalerien, Filmen oder auch Hörfunkbeiträgen. Ein einfacher „Klick“ auf ein Foto oder den Text und das Abenteuer kann los gehen! 

STORIES

Die schönste Stadt der Welt

Gerne wird sie so bezeichnet, ganz besonders von ihren Einwohnern: „Hamburg, die schönste Stadt der Welt“. Man sollte es ihnen auf keinen Fall übelnehmen, sie haben jeden Grund dazu. Vor einigen Jahren entschied ich mich, einige Monate in der Hansestadt zu verbringen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich den kältesten Winter seit mehr als einem Jahrzehnt erlebt hätte. In diesen unerbittlich kalten Monaten entstand ein doch herzerwärmendes Portrait. Ein sehr persönlicher Blick auf den Kiez, die Alster, den Hafen und die einzigartige und atemberaubende Atmosphäre des inspirierenden Ödland der Nordseeküste.

Last Stop Reykjavik

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„You know, it’s Iceland!“ Keine Worte hätten den Wahnsinn und das Schauspiel dieser abgefahrenen Insel besser erklären können. Am Anfang des Sommers machte ich mich mit einem Freund auf, dieses kleine Land am Ende der Welt zu entdecken. Keine großen Besprechungen oder Vorbereitungen: lediglich ein Flugticket, ein Mietauto und eine Unterkunft in Reykjavik für die ersten zwei Nächte waren gebucht. Landschaftlich schlicht unbeschreiblich und menschlich ausdrücklich verrückt, haben wir sehr schnell an diesem Land unser Herz verloren. Ein großartiger Road Trip, einmal Rund um die Insel, auf der Hringvegur, Islands atemberaubender Ringstraße.

The Rajasthan Experience

Delhi. Paharganj. Dreckig, stickig, laut und maßlos überfüllt klatscht dir dieses Desaster einer Stadt ihre ganze Grausamkeit direkt ins Gesicht. Die Ankunft ist böse, der Aufprall gnadenlos, der Kulturschock überwältigend. Indien empfängt mich mit all seiner erschütternden Ehrlichkeit. Doch hinter all dem Müll und Kot erkenne ich bald auch die Lotusblüten, die diese Stadt und dieses doch wunderbare Land zu bieten haben und auch zu zeigen pflegen. Meine Reise durch Rajasthan wird sehr bald zu einem unvergesslichen Fest der Sinne; so einmalig zauberhaft und gleichzeitig so schrecklich und grausam, wie eben nur Indien sein kann.

Leben und Sterben in Varanasi

Die Stadt empfängt mich natürlich mit Schmutz, Verkehrschaos, Lärm, Smog und Millionen von Menschen. Varanasi, die heilige Stadt, die Stadt des Lichts, die Stadt des Lebens, die Stadt des Todes. Auf einer Dachterrasse spät nachts sind in unmittelbarer Nähe noch Trommeln und Gesänge zu hören. Hier wird unaufhörlich gebetet. Seit 2500 Jahren. Sechs Uhr morgens und ich warte in einer dunklen Lobby. Plötzlich steht ein alter Mann in der Tür, ein Tuch um den Kopf, sein Gesicht ist im Zwielicht nicht erkennbar. Er fordert mich auf, ihn zu folgen. Draußen ist es noch Nacht. Erwartungsvoll folge ich dem schweigsamen Mann durch die finsteren Gassen Varanasis.

Djemaa el Fna – der Vorort des Orients

Djemaa

Der rosafarbene Putz auf den Mauern und Wänden der Gebäude, typisch für Marrakesch, glänzt mir in der abendlichen Sonne entgegen, während ich aus dem Taxi steige und meinen Rucksack wieder über die Schulter ziehe. Die Sonne hängt bereits tief. Ich atme tief ein, die Luft hat einen süßlichen Duft. Der Lärm der Straße und das Verkehrschaos entströmen langsam hinter mir und zwischen dem Trott der Kutschenpferde und den ersten Zurufen der Straßenhändler ertönt plötzlich – als würde er mich willkommen heißen wollen – der Adhan: der Gebetsruf des Muezzins. Bald treffe ich einen alten Freund und was entsteht, ist ein märchenhaftes Hörbild eines einzigartig beeindruckenden Ortes.

Train Dreams

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Der Titel „Traindreams“ entstammt zwar einem Roman von Denis Johnson, doch ich fand ihn hier sehr treffend und nehme mir daher die Freiheit, den Ausdruck auch zu nutzen. Während den unzähligen Zugfahrten in meinem Leben fand ich stets die Zeit und die Muse, zu schreiben; der Zug galt für mich schon immer als Quelle endloser Inspiration. Doch so angenehm entspannend und inspirierend europäische Zugfahrten auch sein können, so fand ich wohl erst in den indischen Zügen dieses einmalige Gefühl, das ich bis zu jenem Zeitpunkt nur aus der Literatur kannte. Geschichten von Chaos und Wahnsinn, aber auch von Menschlichkeit und großer Freiheit.

Wo die Serenissima wieder zu sich findet

Train Dreams

Für all Diejenigen, die glauben, Venedig sei heute nur noch ein überfülltes, morsches und stinkendes Museum: jenseits der „autostrade“, der großen Touristenpfade, haben es die Venezianer auch in Zeiten enormer Kreuzfahrtschiffe, schäbiger Billigfluglinien und dürftiger Pauschalreisen geschafft, einen großen Teil ihrer Stadt für sich bewahren zu können. Für eine Stadt von 250.000 Einwohnern, die jedes Jahr mit 30 Millionen Touristen zu kämpfen hat, ist es wohl die größte Errungenschaft. In diesen Bildern möchte ich einfach nur meine Liebe einer Stadt erklären. Einer Stadt, die heute von den meisten ihrer Besucher leider missverstanden wird.

Manhattan Rivisited

Manhattan

“Chapter 1. He adored New York City. He idolized it all out of proportion…no, make that: he – he romanticized it all out of proportion. Yeah. To him, no matter what the season was, this was still a town that existed in black and white and pulsated to the great tunes of George Gershwin.‘ Die Worte stammen diesmal vom Altmeister „himself“. Die Musik – wie im Originalen – natürlich von George Gershwin. Ein kleines Remake oder auch ein Tribut an einen der größten Geschichtenerzähler unserer Zeit. Auf den Spuren Woody Allens Manhattan und New York City, strikt in schwarz/weiß, wie der Meister es in seinem Werk von 1979 vorgemacht hat.

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